Mindfulness

 

Mindfulness wird mit Achtsamkeit, Aufmerksamkeit ins Deutsche übersetzt. Gemeint ist die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit gegenüber sich selbst ebenso wie gegenüber anderen. Mindfulness heißt vor allem, im Hier und Jetzt zu sein, sich konzentriert dem Augenblick zu widmen, gedanklich präsent und fokussiert zu sein – ohne Wertung, ohne Urteil.

Können wir das überhaupt (noch)? Warum ist Mindfulness für uns aktuell ein Thema geworden?

 

Wir leben in hektischen Zeiten, mit der von Menschen gemachten Digitalisierung wird die Welt um uns herum immer schneller, immer hektischer und kurzlebiger. Immer mehr Nachrichten und Informationen aus aller Welt, immer neue Aufgaben und Herausforderungen prallen rund um die Uhr auf uns ein. Wir kommunizieren auf immer mehr Kanälen, immer öfter.

 Unter anderem durch Multitasking versuchen wir, mit dem immer stärkeren Ansturm auf unser Gehirn, dem steigenden Druck im Alltag Schritt zu halten. Aber Multitasking heißt halt nur, dass wir verschiedene Dinge gleichzeitig und dabei mit einer gewissen Oberflächlichkeit tun. Multitasking schließt geistige Tiefe, kreative Höhenflüge oder gar Höchstleistungen aus. Obendrein können wir uns am Ende des Tages kaum noch daran erinnern, was wir wann getan haben. Das wunderbare Gefühl, wirklich etwas geschafft oder erreicht zu haben, bleibt aus. Scheinbar vieles erledigt zu haben, schafft am Ende des Tages nicht mehr innere Zufriedenheit, die wir uns so sehr wünschen.

 Es ist an der Zeit etwas zu ändern, wenn wir nicht unter die Räder kommen wollen. Wir selbst sind es, die die Beschleunigung der Welt mit allen ihren Nebenwirkungen zulassen. Wir haben es in der Hand, wie wir mit uns und unserer Umwelt umgehen.

 Warum verbinde ich Mindfulness mit Erinnerungen an Ausflüge in die Wüste?

 Wüsten sind für mich magische Orte. Die Wüste Dascht-e Lut im Iran (Foto), einem der heißesten Orte der Erde, bezaubert mit Felsformationen, die der Wind über Jahrhunderte frei gelegt hat. Wie längst verlassene Festungen stehen sie in der weiten Landschaft.

 Wüsten sind Orte der Einsamkeit und einer vollkommenen, intensiven Stille, die beinahe irritiert. Sie ziehen uns in ihren Bann, fesseln unseren Blick und unsere Gedanken. Die Welt ringsherum gerät in Vergessenheit. Man möchte ewig verweilen. Es fällt schwer sich von diesen unwirklichen, bezaubernden Orten loszureißen. Mindfulness pur.

Wir müssen unsere „Wüsten“ beschützen, die Inseln in unserem Alltag, die uns erlauben ab und zu ganz bei uns selbst zu sein, uns Ruhe zu gönnen und ungestört Zeit mit den Menschen zu verbringen, die uns wichtig sind und nahestehen.

 Für Mediatoren und Coaches ist die Fähigkeit, sich konzentriert und sich urteilsfrei auf die Medianten oder Coachees zu widmen und dabei alles andere auszublenden unverzichtbar. Sie haben sich diese Fähigkeit durch innere Klarheit und den bewussten Umgang mit sich selbst erworben. Das können Sie auch!