Emotionen im Konflikt 2

Wie lösen wir einen Konflikt, wenn wir selbst involviert und selbst mit negativen Emotionen aufgeladen sind?

 

Am besten erst einmal gar nicht.

 

Wenn unser Fass schon zum Überlaufen voll ist, bevor der Konflikt nun den fehlenden Tropfen hinzugießt, können wir keinen Konflikt lösen. Gefangen in eigenen Emotionen gelingt es uns weder, ruhig zu bleiben und wirklich zuzuhören noch auf andere offen und vorurteilsfrei zuzugehen. Negative Emotionen blockieren unsere Gedanken, verstellen den Blick und machen uns dünnhäutig oder auch aggressiv.

 

Und nun?

 

Zunächst einmal treten wir am besten den Rückzug an und vertagen das notwendige Gespräch. Wir brauchen ein „Ventil“, um unser Fass leerlaufen zu lassen.

Wie geht das?

 

Vielleicht reicht ein kurzer Gang an die frische Luft, um den Kopf frei zu bekommen, vielleicht reicht es, eine Nacht darüber schlafen oder bei einer Lieblingsmusik zu entspannen. Wer es aktiver braucht, kann sich den Frust von der Seele joggen, den Ärger in die Pedale treten, die Wut in einen Squash-Ball schlagen oder ... Es gibt kein Universalrezept, sondern nur viele sehr individuelle. Wir müssen die finden, die zu uns und zur jeweiligen Situation passen.

 

Sind die Gedanken wieder klar und frei von störenden Emotionen, können wir auf andere zugehen und zusammen mit ihnen an der Klärung und Lösung des Konfliktes arbeiten.

 

Das eigene „Ventil“ zu kennen und bei Bedarf zu nutzen, tut auch unserer Gesundheit sehr gut.

PS: Auch in einer Mediation ist es einer der ersten Schritte für Ruhe und Deeskalation bei allen Beteiligten zu sorgen, bevor der Lösungsprozess beginnen kann.